Gegner-Interview
„Unter Druck setzen und Fehler provozieren“

Unions Trainer Urs Fischer über die Auswärtspremiere beim FC Bayern.

Union Berlin tritt zum ersten Mal auswärts beim FC Bayern. Wie bereiten Sie Ihre Mannschaft darauf vor?

„Wir versuchen, den Jungs im Vorfeld zu vermitteln: Am Schluss ist es ein Fußballspiel, wie ein Heimspiel gegen Freiburg oder ein Spiel bei Bremen; lass dich nicht aus dem Tritt bringen, weil das Stadion etwas größer ist. Außerdem haben wir den einen oder anderen Auftritt aus der letzten Saison im Hinterkopf: in Hamburg, in Köln, im Pokal in Dortmund – da haben wir es nicht schlecht gemacht.“

Bayern hat die letzten beiden Bundesligaspiele nicht gewonnen. Was rechnen Sie sich in München aus?

„Ich lese zwar zwischendurch auch mal Zeitung, aber ob bei Bayern so eine Unruhe herrscht, wie es in den Medien kommuniziert wird, da bin ich mir nicht ganz sicher. Die werden nicht ängstlich auftreten, sondern wissen, was sie wollen. Sie werden auch das eine oder andere besser machen wollen. Die kennen das, das wird die nicht aus der Bahn werfen.“

Was braucht es, um in der Allianz Arena zu bestehen?

„Man hat immer eine Chance. Aber dafür müssen wir unser Potenzial abrufen, ans Limit gehen. Und natürlich dürfen die Bayern auch nicht ihren besten Tag erwischen. Für mich ist es wichtig, unseren Plan umzusetzen. Der besteht auch darin, sie unter Druck zu setzen, Fehler zu provozieren und mit Umschaltmomenten gefährlich zu werden. Wir wollen ihnen das Leben so schwer wie möglich machen. Wenn du es ihnen leicht machst, bekommst du Probleme.“

Robert Lewandowski trifft zurzeit in jedem Spiel. Wie wollen Sie ihn stoppen?

„Es ist ja nicht nur Lewandowski, auch von der Seite und aus der Mitte kommt ein unheimliches Tempo und jede Menge Qualität. Die Eins-gegen-Eins-Situationen müssen wir mutig annehmen. Aber es braucht eine Teamleistung, um gar nicht in solche Situationen zu kommen. Es wird eine Mischung sein aus Teamwork und richtigen Entscheidungen in Eins-gegen-Eins-Situationen.“