Interview
„Sachlich bleiben, bescheiden bleiben, weiterarbeiten“

FCB-Chefcoach Niko Kovac über die Entwicklung seiner Mannschaft, Serge Gnabry und Thiago.

Herr Kovac, erleben Sie gerade Ihre bislang schönste Zeit als Bayern-Trainer?

„Das eine Jahr hat uns sicherlich etwas gebracht. Man muss sich auch erst mal kennenlernen. Wir haben eine gute, homogene Truppe zusammen, die zusammenwächst, sich untereinander sehr gut versteht. Das, was wir möchten, wird von den Spielern immer mehr aufgesogen. Man sieht es immer wieder auch über längere Phasen in den Spielen. Aber wir sind noch weit von dem entfernt, was wir erreichen wollen. Deswegen: sachlich bleiben, bescheiden bleiben, weiterarbeiten.“

Wie hat sich das Spiel Ihrer Mannschaft weiterentwickelt?

„Die Spieler verstehen immer mehr, was wir gerne hätten. Wir haben uns sehr verbessert. Wir sind sehr variabel geworden, wir machen Tore aus Standards, aus dem Spiel heraus, aus der Umschaltsituation heraus. Wir haben auch Qualität dazubekommen. Jeder Einzelne gibt uns eine neue Dimension, etwas Neues, etwas Besonderes. Es ist jetzt nicht immer nur so, dass unsere Außen vorbeigehen und wir urplötzlich ein Tor machen.“

Serge Gnabry hat zuletzt gegen Tottenham vier Tore erzielt. Wird er auch gegen Hoffenheim auflaufen?

„Schaun ma mal. Es geht ihm sehr gut, das können Sie sich vorstellen. Ich hoffe, dass er es verarbeitet, dass es ihm nicht irgendwo zu Kopf steigt. Aber ich bin mir sicher, dass er klar ist im Kopf und am Wochenende wieder so viel Gas gibt wie in Tottenham. Man kann jetzt natürlich nicht erwarten, dass er wieder vier Tore schießt.“

Thiago saß in Tottenham zunächst auf der Bank. Warum?

„Wir sind eine Fußballmannschaft und da gibt es nicht nur elf Spieler. Ich muss nach dem Leistungsprinzip gehen. Ich habe ich mich dafür entschieden, ihn von der Bank zu bringen, weil ich mit seiner Leistung in Paderborn nicht zufrieden war. Ich bin mir sicher, dass es genau die richtige Maßnahme war. Denn seine Reaktion, war genau so, wie ich sie mir erhofft hatte. Er hat ein sensationell gutes Spiel gemacht. Und das ist der Maßstab. Alles, was darunter ist, ist nicht das, was ich von ihm sehen möchte. Was er gezeigt hat, ist das, was wir von ihm brauchen. Und ich bin zuversichtlich, dass er das weiter zeigen wird.“