Gegner
Mainz noch ohne Esprit auf dem Platz

Mit der Rückholaktion von Stürmer Adam Szalai hofft der Verein auf die Wende nach dem verpatzten Saisonstart.  

Drei Pflichtspiele, drei Niederlagen – da musste sich der FSV Mainz 05 schon etwas einfallen lassen, um den verpatzten Saisonstart nicht ganz so trist wirken zu lassen.  Zudem herrschte nach 1:8 Toren Handlungsbedarf, zumal schnell klar war, dass die langwierigen Verletzungen von Mittelstürmer Jean-Philippe Mateta (Meniskusriss) und Neuzugang Dong-Won Ji (Knorpelschaden) nicht kompensiert werden können.

Die Verantwortlichen der Rheinhessen sorgten also mit der Rückholaktion von Adam Szalai für die einzige Erfolgsmeldung in diesen Wochen. Der Ungar hatte bereits von 2010 bis 2013 bei Mainz gespielt, ehe er auf Schalke, in Hannover und zuletzt in Hoffenheim auf Torejagd ging. In der Partie gegen den FC Bayern steht er bereits im Kader, doch Szalai allein, weiß Sandro Schwarz, bringt die Mannschaft nicht wieder zurück in die Spur. „Wir benötigen eine gute Verteidigung, große Effizienz im Angriff und das nötige Matchglück“, sagte der Mainzer Trainer.

Wir benötigen eine gute Verteidigung, große Effizienz im Angriff und das nötige Matchglück.

Trainer Sandro Schwarz

Denn dies ist bisher ausgeblieben. Beim Pokal-Aus in Kaiserslautern eine Woche vor dem Bundesliga-Start blamierte sich nicht nur die Mannschaft, die ohne Esprit auftrat, sondern auch die Fans. Einige FSV-Anhänger zündeten während der gesamten Partie Pyrotechnik, nach dem Treffer des Drittligisten zum 2:0-Sieg geriet die Lage fast außer Kontrolle. Beim Bundesliga-Start gegen den SC Freiburg trat die Mannschaft engagiert auf, aber unterlag 0:3. „Das war hier definitiv kein Verlierspiel“, sagte Schwarz. „Im Gegenteil, es wäre möglich gewesen, das Ding zu ziehen.“ Dafür kassierten die Mainzer innerhalb von ein paar Minuten drei Gegentore.

Eine Woche später stand im ersten Heimspiel das Trainerduell im Mittelpunkt. Sandro Schwarz und Borussia Mönchengladbachs neuer Coach Marco Rose sind enge Freunde, teilten einst als Spieler bei Mainz eine Wohnung und verbringen noch immer gemeinsam ihre Urlaube. Auch nach der Partie stand das Verhältnis der beiden im Mittelpunkt. Dies hat ein bisschen abgelenkt von der nächsten Niederlage. Durch das 1:3 rutschte der Verein vor der Partie in München auf einen Abstiegsplatz – zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg 2009.