Gegner-Interview
Doll: „Aki Watzke hat nicht angerufen“

Hannover-Trainer Thomas Doll über den drohenden Abstieg und das Duell beim Spitzenreiter.

Herr Doll, was spricht für Ihre Mannschaft beim Duell mit dem FC Bayern?

„So wie die Mannschaft in den letzten Wochen zusammengewachsen ist, traue ich den Jungs alles zu. Klar, wir sind nicht der Favorit. Jeder weiß, dass Bayern München die beste Mannschaft in Deutschland ist und dass sie genialen Fußball spielen können. Für uns ist wichtig, dass wir dort unser bestes Gesicht zeigen, dass jeder Einzelne mit breiter Brust aufläuft. Wenn du dich klein machst, hast du dort überhaupt keine Chance.“

Letztes Wochenende hat Ihre Mannschaft nach neun Spielen endlich mal wieder gewonnen. Wie gut hat dieses 1:0 gegen Mainz getan?

„Es war ein Lebenszeichen, ein Sieg, der der Seele einfach guttut. Wir waren ganz schön gebeutelt in den Wochen davor. Es wäre schön, wenn wir diesen Mut und diese Zuversicht mit nach München nehmen. Gut für unsere Köpfe ist auch, dass wir die letzten zwei Spiele zu null gespielt haben.“

Was für ein Spiel erwarten Sie in München?

„Aufgrund der individuellen Klasse von Bayern ist man automatisch weniger am Ball. Wir müssen immer wieder versuchen, Phasen im Spiel zu finden, wo man auch mal über ein paar mehr Ballstafetten hinauskommt. Diese Phasen muss man nutzen, um rauszuschieben und durchzupusten. Wir brauchen Jungs, die mutig sind und nicht nur defensiv arbeiten, sondern auch nach vorne mal das Herz in die Hand nehmen. Wir werden die eine oder andere Möglichkeit bekommen. Da müssen wir dann da sein.“

Wenn Hannover verliert und zeitgleich Stuttgart in Berlin gewinnt, wäre der Abstieg unvermeidbar ...

„Das spielt in unseren Gedankengängen überhaupt keine Rolle. Wir denken daran, was noch möglich ist, und nicht an das, was sein könnte wenn. Das ist ein großer Unterschied. Es gibt immer noch die Möglichkeit, dass wir den Relegationsplatz erreichen.“

Sie haben früher für den BVB gespielt. Hat sich diese Woche mal jemand aus Dortmund gemeldet und viel Glück für das Spiel in München gewünscht?

„Darüber mache ich mir keine großen Gedanken. Wir sollten an uns denken und unsere Hausaufgaben machen. Die da vorne, regeln das schon allein. Aki Watzke hat auch nicht angerufen und uns zum Italiener eingeladen. Bei uns weiß jeder, was die Stunde geschlagen hat. Wir kämpfen ums Überleben. Die Jungs haben auch direkt nach dem Spiel in Mainz gesagt: Lass uns die letzten drei Spiele alles raushauen!“