Interview
„Titel sind das Salz in der Suppe“

Niko Kovac über das Spiel seiner Mannschaft und sein erstes Jahr als FCB-Trainer.

Herr Kovac, was muss gegen Hannover besser werden im Vergleich zum 1:1 in Nürnberg vor einer Woche?

„Heutzutage können alle Mannschaften über 120 Kilometer pro Spiel laufen. Das bedeutet, dass du das Spieltempo, das Handlungstempo, das Balltempo hochhalten musst. Du musst die technische Qualität mit Geschwindigkeit multiplizieren. In der ersten Halbzeit in Nürnberg war unsere Passqualität nicht gut genug, wir hatten zu wenig Bewegung, um den Gegner auseinanderzuziehen. Gegen kompakt stehende Mannschaften brauchst du Zwei-Kontakt-Fußball.“

Wie fällt Ihr Fazit insgesamt aus kurz vor dem Ende Ihres ersten Bayern-Jahres? Spielt die Mannschaft schon den Fußball, den Sie sich vorstellen?

„Am Anfang der Saison haben wir es gut gemacht, in der Mitte hatten wir Probleme, die Rückrunde ist auch wieder gut. Wir sind auf einem guten Weg, aber noch nicht da. Wir müssen längere Phasen haben, in denen wir den Ball viel schneller laufen lassen. Wir müssen noch mehr Gegenpressing haben. Das Dortmund-Spiel ist exemplarisch, das war genau das, was ich mir vorstelle. Dass man nach vorne verteidigt, dass man den Gegner nicht aufdrehen lässt, dass man ihn nicht zum Atmen kommen lässt.“

Wie wichtig ist es, die Saison mit Titeln abzuschließen?

„Jeder, der Leistungssport betreibt, will Titel holen, als Spieler und auch als Trainer. Titel sind das Salz in der Suppe. Der Zweite ist immer der erste Verlierer. Wir sind jetzt Tabellenerster, wir sind im Pokalendspiel – ich glaube, so schlecht sieht es nicht aus.“

Mit Franck Ribéry und Arjen Robben nehmen zwei große Figuren des FC Bayern am Saisonende Abschied. Wie oft wird man sie bis Ende Mai noch auf dem Rasen sehen?

„Ich bin sehr guter Dinge, dass sie in den nächsten vier Spielen noch Einsatzminuten bekommen. Sie sind wohlauf, sie sind gesund und motiviert. Aber erst wenn das letzte Spiel kommt, werden sie sehen, was das für Emotionen mit sich bringt.“