Gegner
Augsburgs lange Ohren

Nach der Winterpause kommt der FC Augsburg noch nicht in Tritt. Die knappe Niederlage gegen Mönchengladbach zuletzt werten die Schwaben als kleinen Fortschritt.

Am Anfang war der Ärger groß. Natürlich, denn der FC Augsburg hatte ein Unentschieden vor Augen und verließ schließlich doch wieder mit leeren Händen den Rasen. Das 2:3 gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Spieltag war bereits die fünfte Niederlage in diesem Jahr, aber die Partie gab auch Anlass für ein wenig Hoffnung. „Wir haben uns nicht aufgegeben und uns gegen die Niederlage gestemmt“, sagte Trainer Martin Schmidt. Zweimal war im eigenen Stadion der Anschlusstreffer gelungen – und in einer turbulenten zweiten Hälfte hatte Augsburg „wieder ein bisschen Fußball gespielt“, fand Verteidiger Jeffrey Gouweleeuw: „Die Art und Weise muss uns Vertrauen geben.“

Auch für den Auftritt in der Allianz Arena. Gegen den deutschen Rekordmeister kehrt der zuletzt gelbgesperrte Kapitän Daniel Baier zurück, der in der vergangenen Woche von Carlos Gruezo auf der Sechserposition sehr solide vertreten worden war. Möglicherweise steht der Ex-Stuttgarter auch in München wieder in der Startelf – an der Seite von Baier. Denn eine Doppelsechs ist für Schmidt „eine durchaus denkbare, spielstarke Lösung“. Im Duell der Hinrunde hatte der FCA-Coach auf gleich drei Sechser gesetzt, um den Spielaufbau des Gegners im Zentrum zu stören – und ein 2:2 gegen den FC Bayern erreicht.

Wir wollen zeigen, was wir für eine geile Mannschaft sind.

Torjäger Florian Niederlechner

Vertrauen und Sicherheit ist den Schwaben in der Rückrunde abhandengekommen. Nur ein Sieg und ein Unentschieden sind die magere Ausbeute in diesem Jahr. Trotzdem beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz noch immer sechs Punkte und ist damit so groß wie zu Beginn der Winterpause. In der ersten Saisonhälfte gehörten die Augsburger noch zu den positiven Überraschungen. Nach einer 1:5-Niederlage gegen Borussia Dortmund zum Saisonstart steigerte sich die Mannschaft von Martin Schmidt. Nur zwei Niederlagen kassierte der FC Augsburg in den letzten zehn Spielen des Jahres 2019 – auch dank Florian Niederlechner, der zuverlässig traf. „Wir wurden am Anfang ziemlich schlechtgeredet. Aber wir wussten, was wir können“, hat der gebürtige Ebersberger vergangenen Dezember gesagt. „Jetzt wollen wir weiter allen zeigen, was wir für eine geile Mannschaft sind.“

Das ist dem FCA in der Rückrunde bisher noch nicht so richtig gelungen. Die Wucht, mit der die Schwaben vor Weihnachten oft überzeugt und den Gegner eingeschüchtert hatten, hat nachgelassen. Daran, dass der FCA in der Winterpause den streitbaren Michael Gregoritsch nach Schalke hatte ziehen lassen, liegt es aber wohl weniger, denn der Österreicher war zuletzt ohnehin kaum mehr zum Einsatz gekommen. 

Fußballerisch habe man in den Partien gegen Freiburg (1:1) und Leverkusen (0:2) „gar nichts gemacht“, findet Gouweleeuw. Gegen Gladbach büßten die Augsburger durch zwei grobe Fehler die Chance ein, nicht nur spielerisch einen kleinen Schritt nach vorne zu machen, sondern auch etwas fürs Punktekonto zu tun. „Wir stolpern über unsere Defensivarbeit“, kritisiert Schmidt und packte damit nicht nur die Abwehr, sondern „alle Spieler am Ohr“. Klar sei, sagte der Trainer vor der Fahrt nach München, „wir müssen in den nächsten drei Spielen etwas holen, denn das Polster schmilzt“.