Gegner-Interview
„Vielleicht gelingt uns der Lucky Punch“

Fortuna-Trainer Uwe Rösler freut sich auf sein erstes Spiel in der Allianz Arena.

Herr Rösler, fünf Punkte nach dem Re-Start, zuletzt der 2:1-Sieg gegen Schalke – mit wie viel Rückenwind kommen Sie aktuell nach München?

„Wir haben gegen Schalke eine wahnsinnige Energie freigelegt, sowohl auf dem Platz als auch auf der Bank. Es war schön, dass sich meine Jungs für ihre Leistung belohnt haben. Wir spielen jetzt noch gegen die großen Drei, daher hatte ich davor gesagt, dass Schalke ein „Must win“-Spiel für uns wird, wenn wir noch 14. oder 15. werden wollen – das hat die Mannschaft eindrucksvoll bewiesen. Jetzt müssen wir schauen, dass wir auch gegen Bayern, Dortmund und Leipzig vielleicht zwei, drei Pünktchen entführen. Das wird zwar schwer, aber wir sind in einer guten Verfassung.“

Im Vorjahr gelang Düsseldorf ein 3:3 in der Allianz Arena durch drei schnelle Kontertore. Was haben Sie sich dieses Mal taktisch überlegt?

Natürlich versuchen wir, einen Schlachtplan zu entwickeln, der uns hoffentlich hilft, eine Riesenüberraschung zu schaffen. Wir fahren nach München, um zu punkten. Ob uns das gelingt, wird man sehen. Meine Jungs sind motiviert und in Form. Und auch die Bayern wissen, dass wir ihnen das Leben mit Moral, Organisation und Willen schwer machen können. Aber natürlich braucht man auch das Quäntchen Glück, wenn man an der Allianz Arena spielt. Ich werde ein wenig rotieren, um wieder gute Werte auf den Platz zu bringen, denn eines ist gegen die Bayern klar: Wir müssen sehr viel laufen. Vielleicht gelingt uns der Lucky Punch.

Der FC Bayern hat sieben Punkte Vorsprung – Hoffnung, dass die Mannschaft nachlässig ist?

Nein, gar nicht. Das Team hat unter Hansi Flick eine unheimliche Konstanz entwickelt. Die Bayern spielen hervorragenden Fußball, wirken stets fokussiert und konzentriert. Ich erwarte ein Bayern München voller Tatendrang, das möglichst schon in der ersten Halbzeit klare Fronten schaffen möchte. Da müssen wir mit unserer Art, Fußball zu spielen, voll dagegenhalten.

Sie haben lange Jahre als Trainer in England gearbeitet. Wie blickt man dort auf die Bundesliga und den FC Bayern – und hat sich Ihr persönlicher Blick nun verändert, seitdem Sie selbst in der Bundesliga tätig sind?

Mein Respekt vor Bayern München hat sich über die Jahre, ob als Spieler oder jetzt als Trainer, nie geändert. Das ist ein super geführter Verein, die Erfolge sprechen für sich. Und der Fußball, den sie momentan spielen, ist fantastisch anzusehen. Auch in England genießen der Klub und seine Topspieler die größte Hochachtung. Die Bayern stehen seit vielen, vielen Jahre eigentlich regelmäßig im Halbfinale der Champions League – entsprechend groß ist der Respekt.