Interview
„Man bekommt mit, was auf dem Platz geredet wird“

FCB-Cheftrainer Hansi Flick über Düsseldorf, die ungewohnte Stadion-Atmosphäre und Jupp Heynckes.

Herr Flick, in den 27 Bundesliga-Spielen seit dem Re-Start gab es nur fünf Heimsiege. Bereitet Ihnen das vor dem Heimspiel gegen Düsseldorf Sorge?

„Ich gehe positiv an die Sache heran. Wir haben unser Spiel zuhause gegen Frankfurt gewonnen – und wollen auch gegen Düsseldorf gewinnen, auch wenn es ein schweres Spiel wird.“

Wie verändert sich Ihr Coaching durch die fehlenden Zuschauer?

„Klar fehlen die Emotionen. Aber damit müssen wir einfach leben. Dafür sind die Spieler leichter zu erreichen, weil der Lärmpegel nicht mehr so groß ist. Man bekommt auch mehr mit, was auf dem Platz geredet wird. Das gefällt mir ganz gut.“

Unglaublich, aber wahr: Robert Lewandowski hat noch kein Tor gegen Düsseldorf erzielt. Müssen Sie ihn darauf hinweisen?

„Nein, Robert weiß ganz genau um seine Statistik. Er wird genauso motiviert sein wie in jedem anderen Spiel. Für uns ist erstmal wichtig, dass wir gut stehen und in Ballbesitz Chancen kreieren. Wenn wir gewinnen und Robert dazu noch ein Tor macht, freuen wir uns umso mehr.“

Sie werden immer wieder mit Jupp Heynckes verglichen. Wie finden Sie das?

„Im Leben begegnet man vielen Menschen, die einen inspirieren. Jupp Heynckes ist einer, der das getan hat. Er war mein Trainer, auch nach meiner Spielerkarriere hatten wir immer wieder Kontakt. Die Art und Weise, wie er einem begegnet, ist immer wieder vorbildlich. Ich möchte mich aber nicht mit Jupp Heynckes vergleichen. Er hat über Jahre hinweg sehr erfolgreich als Trainer gearbeitet, musste Höhen und Tiefen meistern – ich bin seit November hier als Cheftrainer im Amt. Jupp Heynckes ist auf einem ganz anderen Level.“