Gegner-Interview
„Wir werden nicht den Bus im eigenen Tor parken“

Ex-Bayer Michael Rensing und Fortuna-Trainer Friedhelm über das Auswärtsspiel beim FC Bayern.

Willkommen zurück in München, Michael. Wie gehst du in die Partie?

Rensing: „Ich haben zehn Jahre für Bayern gespielt, fast genauso lang ist das inzwischen auch schon wieder her. Daher ist es für mich nichts Unnormales mehr, dort zu spielen.“

Ihr kommt als Tabellenvorletzter in die Allianz Arena. Welche Chancen rechnet ihr euch aus?

Rensing: „Wir kommen mit Respekt, aber wenn das Spiel läuft, wollen wir frech und mutig sein. Wir dürfen nicht darüber nachdenken, wie man in München möglicherweise unter die Räder kommt. Das ist der falsche Ansatz.“

Funkel: „Bayern ist der beste Verein in Deutschland seit über 40 Jahren. Aber auch da hat man die Möglichkeit zu punkten – wenn vieles passt. Wir fahren nicht nach München, um kampflos aufzugeben. Wir werden alles in die Waagschale werfen.“

Rechnen Sie sich im Moment sogar vielleicht mehr Chancen aus als normalerweise?

Funkel: „Im Moment haben die Bayern eine Phase, wo ihnen nicht alles so leicht von der Hand geht. Sie hatten auch in den letzten Spielen viele hochkarätige Chancen, haben sie aber nicht in dem Maße genutzt wie in den letzten Jahren. Trotzdem ist das immer noch eine Weltklassemannschaft.“

Rensing: „Bayern ist Bayern! Das Nonplusultra in Deutschland. Auch wenn sie jetzt mal eine Phase haben, in der sie nicht Tabellenerster mit vielen Punkten Vorsprung sind. Es ist das schwierigste Spiel, trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dort etwas zu holen. Augsburg und Freiburg haben in München auch Unentschieden gespielt.“

Funkel: „Die hatten das nötige Spielglück und haben jeweils spät den Ausgleich erzielt. Und Gladbach hat es in München brutal gut gemacht, die waren gnadenlos effizient.“

Was kann sich die Fortuna von diesen Spielen abschauen?

Funkel: „Wir müssen sehr, sehr gut verteidigen, dem Gegner wenig Raum anbieten, geschickt die Räume zustellen. Das heißt aber nicht, dass wir den Bus im eigenen Tor parken. Wir brauchen auch Phasen mit eigenem Ballbesitz. Und wir müssen Umschaltmomente nutzen. Wir müssen sehr viel investieren und werden daher eine sehr laufstarke Mannschaft auf dem Platz haben.“

Rensing: „Wir wollen uns bestmöglich schlagen und werden ans Limit gehen. Wenn wir so auftreten wie in den ersten Spielen und zuletzt gegen Hertha, dann haben wir immer die Möglichkeit, etwas zu holen.“