Gegner-Interview
„Ich würde ein bisschen mitleiden“

Ex-Bayer Claudio Pizarro (40) reist mit Bremen selbstbewusst nach München.

327 Spiele für Bayern, 296 für Bremen – wie besonders ist diese Partie für dich, Claudio?
„Es ist natürlich schön für mich, nach München zu kommen, ich freue mich darauf. Aber ich versuche, mich zu fokussieren. Bayern will Meister werden, wir wollen in die Europa League. Für die Zuschauer wird es ein schönes Spiel. Hinterher können wir dann Faxen machen.“

2019 seid ihr noch ungeschlagen, allerdings hat Bremen auch die letzten 16 Bundesligaspiele gegen Bayern verloren...
„Irgendwann muss sich das wieder ändern! Bayern ist eine starke Mannschaft mit sehr guten Spielern. Sie haben momentan viel Selbstvertrauen, aber das haben wir auch! Wir sind in einer guten Phase und wollen auch in München punkten.“

Vier Tage später kommt es schon zum nächsten Duell zwischen Bayern und Werder, dann im DFB-Pokal-Halbfinale. Ihr könntet den Bayern in Bundesliga und Pokal also einen Strich durch die Titelrechnung machen...
„Ich würde ein bisschen mitleiden. Doch für mich wäre es auch eine Riesenfreude, wenn wir das schaffen würden. Ich bin mir sicher, dass die Bayern am Ende Meister werden, selbst wenn sie in der Bundesliga gegen uns verlieren. Es werden jedenfalls zwei sehr, sehr schwere Spiele gegen die individuell stärkste Mannschaft Deutschlands. Wir werden alles auf den Platz werfen, was wir haben, um etwas rauszuholen.“

Wie viele Nachrichten aus München hast du nach der Pokal-Auslosung bekommen?
„Schon ein paar. Die Bayern wissen, dass es für sie nicht einfach wird. Vielleicht hätten sie lieber einen anderen Gegner gehabt. Das Gute ist, dass wir zuhause spielen, in Bremen stehen wir eng zusammen. Die Möglichkeit ist da, ins Pokalfinale zu kommen. Berlin ist etwas Spezielles. Ich erzähle den Jungs, die noch nie dort waren, jeden Tag, wie geil das ist.“

Wie geht es mit dir nach der Saison weiter? Hängst du noch ein Jahr dran? Karl-Heinz Rummenigge würde dich gerne als Bayern-Botschafter verpflichten...
„Ich weiß noch nicht, wie und wann ich mich entscheiden werde. Im Moment fühle ich mich ganz gut.“