Spiel
Mit neuem Sturm auch Gladbach meistern

Die Deutsche Meisterschaft ist in Sichtweite, doch Hansi Flick erlaubt nur Gedanken an die nächste Hürde: Mönchengladbach.

Bundesliga, 31. Spieltag 2019/20

13. Juni 2020, 18:30 Uhr

 

Robert Lewandowski und Thomas Müller fehlen gelb-gesperrt, doch davon will sich der FC Bayern auf seinem Weg zur achten Deutschen Meisterschaft in Folge nicht abbringen lassen. Vielleicht ist es – auch ohne den Toptorjäger und Topvorbereiter der aktuellen Bundesligasaison – sogar schon an diesem Samstag soweit. Denn verliert Borussia Dortmund drei Stunden vor dem Bayern-Spiel bei Fortuna Düsseldorf, könnte der FCB die Titelverteidigung am Abend mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach perfekt machen. Trainer Hansi Flick sind solche Gedankenspiele allerdings egal. „Darüber mache mich mir keine Gedanken. Ich rechne auch null damit. Wir müssen erstmal gegen Gladbach gewinnen. Und die Dortmunder werden alles dafür tun, ihr Spiel zu gewinnen. Wir schauen auf uns und lassen alles auf uns zukommen.“

Lieber als über seinen ersten möglichen Meistertitel als Chefcoach sprach Flick am Tag vor dem Spiel über den Gegner aus Mönchengladbach – und fand nur lobende Worte für den Tabellenvierten, der Flicks Mannschaft Anfang Dezember die letzte Bundesliga-Niederlage zufügte. 2:1 siegten die „Fohlen“ im Hinspiel. „In Gladbach wird tolle Arbeit gemacht. Der Trainer hat eine klare Handschrift, sie kommen sehr schnell zum Abschluss, sind aggressiv gegen den Ball, haben ein sehr gutes Pressing. Das ist eine interessante Mannschaft, die sehr guten Fußball spielen kann. Es wird ein schweres Spiel.“

Doch Flick hat allen Grund, zuversichtlich in die Partie zu gehen. Seine Mannschaft hat die letzten neun Ligaspiele alle gewonnen und stellte jüngst beim 2:1-Erfolg im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt eine Bestmarke ein: In 43 Pflichtspielen erzielten die Münchner 129 Tore, das gelang als einzigem Bundesligateam zuvor nur den Gerd-Müller-Bayern in der Saison 1972/73. Doch am Samstag fehlen mit Lewandowski und Müller die beiden Hauptverantwortlichen für dieses Offensiv-Feuerwerk.

Wir brauchen noch zwei Siege. Die wollen wir so schnell wie möglich einfahren.

Hansi Flick

 

„Das war uns seit letztem Samstag bekannt – und logisch habe ich mir Gedanken gemacht, wer spielen kann“, bleibt Flick gelassen. Wie seine Pläne konkret aussehen? Flick ließ nur so viel durchblicken: Der 19-Jährige Joshua Zirkzee könnte eine Chance erhalten. „Er ist absolut eine Alternative.“ Aber auch Serge Gnabry, der in dieser Saison auch schon als zentraler Angreifer agiert hat, ist nach überwundenen Rückenproblemen wieder eine Option. „Er hat heute mittrainiert, das schaut ganz gut aus.“ Außerdem wird Amateure-Torjäger Otschi Wriedt zum Kader gehören.

Dafür muss Thiago, der zuletzt gegen Frankfurt auf den Rasen zurückkehrte, wieder pausieren. Der Spanier unterzog sich einer Leisten-Operation. Flick hofft, dass er zum DFB-Pokalfinale wieder einsatzfähig ist. Jetzt steht aber erstmal die Bundesliga im Mittelpunkt – und da peilt Flick mit seinem Team gegen Gladbach trotz der hochkarätigen Ausfälle den nächsten Dreier an. „Die, die auf dem Platz stehen, werden eine Topleistung abrufen können“, betonte er und machte seine eigene Meisterrechnung auf: „Wir brauchen noch zwei Siege. Die wollen wir so schnell wie möglich einfahren.“