Gegner
Viel Wucht, aber zuletzt wenig Konstanz

Unter Marco Rose gelang Mönchengladbach die beste Hinrunde seit 43 Jahren. Seit dem Re-Start geht es zwar auf und ab, aber die Mannschaft ist noch immer im Champions League-Rennen.

Es gibt Tage, die sind zum Vergessen, obwohl so viel passiert, dass genau das schwerfällt. Borussia Mönchengladbach hat so einen zuletzt in Freiburg erlebt.  Das Spiel gegen den Sportclub 0:1 verloren, obendrein Torjäger Alassane Plea, der nun im Duell mit dem FC Bayern fehlt. Und nicht genug an Aufgeregtheiten an der Dreisam: Sportchef Max Eberl sah Rot - als erster Funktionär in der Bundesliga seit Einführung der Kartenregel. Er hatte sich echauffiert gegenüber dem Vierten Offiziellen wegen Pleas Gelb-Roter Karte. Er sei nach jeder Niederlage sehr frustriert, sagte Trainer Marco Rose. „Jetzt im Endspurt, wo es um Ziele geht, die man vor Augen hat, ist es dann mit dem Zustandekommen der Niederlage noch ärgerlicher.“ 

Denn Gladbach hatte eine vorzügliche erste Hälfte gespielt, allerdings keine der Torchancen verwerten können. Die zweiten 45 Minuten waren dann nicht mehr halb so gut, und die Mannschaft musste auch noch den Treffer des kurz zuvor eingewechselten Ex-Münchners Nils Petersen hinnehmen. „Das Spiel auf diese Art und Weise zu verlieren, hat richtig weh getan“, sagt Rose – und richtet den Blick gleich auf die nächste Aufgabe, „Das Ergebnis steht und ist nicht mehr zu ändern. Daher haben wir uns früh darauf konzentriert, uns auf das bevorstehende Spiel in München vorzubereiten.“

Nach dem besten Saisonstart seit Gladbachs goldenen Siebzigern und Platz zwei in der Winterpause ist das größte Manko der Borussia seit dem Re-Start ihre die fehlende Konstanz. Dem 3:1-Sieg Mitte Mai in Frankfurt folgten eine Niederlage gegen Leverkusen und ein fades 0:0 in Bremen. Vor dem missratenen Ausflug in den Schwarzwald gab es einen 4:1-Sieg gegen Union Berlin. Mit sieben Punkten aus fünf Spielen wird der Klub, der derzeit mit Leverkusen um den vierten Champions League-Platz kämpft, den gestiegenen Ansprüchen nicht ganz gerecht.

Wir haben uns früh darauf konzentriert, das Spiel in München vorzubereiten.

Trainer Marco Rose

Mit Marco Rose hatte im vergangenen Sommer am Niederrhein eine neue Ära begonnen, wobei die alte unter Dieter Hecking ja nicht erfolglos gewesen war. Aber Sportchef Eberl erhoffte sich von jenem Trainer, der bei RB Salzburg mit seinem wuchtigen, dynamischen Spielstil überzeugt hatte, „einen neuen Ansatz, eine neue Grundidee, eine neue Ansprache“. Roses Verpflichtung galt als mutig, denn was in Österreichs erster Liga überragend ist, muss in der Bundesliga noch lange nicht klappen. Der Kader wurde mit Spielern verstärkt, die für die Neuausrichtung standen: Rose brachte aus Salzburg den laufstarken Stefan Lainer mit, „eine Naturgewalt“, wie der Trainer sagt. 

Dazu kam Marcus Thuram vom EA Guingamp für die Offensive. Der Sohn des französischen Weltmeisters Lilian Thuram setzte sich wie Lainer auf Anhieb durch. Und auch Breel Embolo, der auf Schalke auch aufgrund einiger Verletzungen nicht so richtig glücklich geworden war, blühte unter Rose auf. Zuletzt musste der Schweizer Stürmer wegen einer Fußprellung zwar pausieren, kehrt aber gegen den FC Bayern zurück in den Kader und ist laut Rose „eine Option“.