Interview
„Fußball ist keine One-Man-Show“

Bayern-Chefcoach Hansi Flick über Robert Lewandowski, Jupp Heynckes und seine Aufgabe als Trainer.

Nur noch ein Punkt liegt der FC Bayern hinter Tabellenführer Gladbach. Haben Sie Platz eins im Visier?

„Die Tabellenführung ist erstmal zweitrangig, aber natürlich will der FC Bayern immer gewinnen. Wir sind noch einen Punkt hinten und wir müssen uns auf die anderen verlassen. Nächste Woche hätten wir spätestens die Chance, noch einen Platz nach oben zu kommen. Wichtig ist aber, alles zu geben und sich jeder 100 Prozent in den Dienst der Mannschaft stellt. Dann ist der FC Bayern nicht weit weg, die Spiele zu gewinnen.“

Wie bewerten Sie die aktuelle Form von Robert Lewandowski?

„Robert ist einer der komplettesten Stürmer überhaupt, wenn nicht der beste Neuner der Welt. Er hat alles, was man als Stürmer braucht. Kopfball, Schuss, er kann auflegen. Gegen den Ball ist er wichtig für die Mannschaft. Es ist schön, so einen Spieler im Team zu haben. Er arbeitet im Training sehr viel daran, was er dann im Spiel umsetzen kann.“

Karl-Heinz Rummenigge hat ihre bisherige Arbeit sehr gelobt und Sie mit Jupp Heynckes verglichen. Was halten Sie von dem Vergleich?

„So etwas freut mich zu hören, denn Jupp war mein bester Trainer. Die Art und Weise, wie er mit Spielern umgegangen ist, war sehr gut. Und er nahm sich selbst nie wichtig. Jupp Heynckes ist einer der besten und erfolgreichsten Trainer Deutschlands, daher kann ich mich nicht mit ihm vergleichen.“

Auch eines Ihrer Credos ist es, stets auf die Arbeit ihres Trainerteams aufmerksam zu machen.

„Fußball ist keine One-Man-Show. Es geht darum, dass der Verein erfolgreich ist. Als Trainer ist man ein Leiter, der dafür sorgen muss, dass jeder in seinem Bereich Top-Leistung bringt. Und das schafft man am besten mit einem gut funktionierenden Team.“

Unter der Woche war die Bundesliga sehr erfolgreich, erstmals seit Jahren könnten alle deutschen Mannschaften im Europapokal überwintern. Wie bewerten Sie das?

„Man sieht, dass in der Bundesliga wieder wird mehr Fußball und auch eine andere Art von Fußball gespielt wird als noch vor ein paar Jahren. Es gibt mehr Trainer, die hoch pressen. Das kommt gut an in den internationalen Spielen. Ich würde mich freuen, wenn alle dabei sind. Dann haben auch alle die Belastung nächstes Jahr. Wenn der Trend so weitergeht, ist es ein gutes Jahr für deutschen Fußball.“