Gegner-Interview
„Ich warte auf Sonnenschein“

Augsburgs Cheftrainer Manuel Baum im Interview.

Sie waren nach der bitteren 2:3-Heimniederlage gegen Bremen ungewohnt emotional. Ist das komplett verarbeitet?

„Es war schon brutal. Wenn man mal ein Spiel unglücklich verliert, kann man damit umgehen. Aber jetzt haben wir uns dreimal in Folge selbst um unseren Lohn gebracht: Beim 1:1 gegen Gladbach, dann beim 1:2 in Mainz und jetzt gegen Bremen. Diese Anhäufung an ungerechtfertigten Negativerlebnissen war schwer zu verdauen. Ich bin mir aber sicher, dass wir uns bald wieder belohnen werden, weil die Art und Weise passt, wie die Mannschaft Fußball spielt. Der FCA hat schon immer bewiesen, dass er eine hohe Widerstandfähigkeit hat. Ich bin davon überzeugt, dass es wie beim Wetter ist: Wenn es regnet, wird auch irgendwann wieder die Sonne rauskommen. Und ich warte jetzt auf Sonnenschein.“

Wird das schon am Dienstag der Fall sein? Immerhin hat der FCA die letzten sieben Pflichtspiele gegen den FC Bayern verloren.

„Ich glaube nicht an Wunder, sondern an harte Arbeit. Wir haben bei unserem letzten Heimspiel gegen die Bayern bewiesen, dass wir ihnen auch wehtun können. Aber es ist unglaublich schwierig, in der Allianz Arena was zu holen. Wir haben trotz der letzten Niederlagen ordentlich performt und wollen das am Dienstag auch wieder zeigen.“

Wie werden Sie das Spiel angehen?

„Man muss die richtige Mischung finden. Wenn man zu ängstlich ist, dann wird es schwierig. Aber man darf auch nicht zu selbstbewusst sein und dem Gegner zu viel Raum geben. Gegen Bremen hatten wir insgesamt 260 Sprints auf den Platz gebracht, das ist eine ganze Menge. Gegen die Bayern wird das Spiel aber sicher nicht weniger intensiv.“

Ein Manko des FCA ist die mangelnde Chancenverwertung. Wie kann man das verbessern?

„Die Chancenverwertung ist so etwas wie der heilige Gral des Fußballs. Da hilft nur viel Training, um sich das nötige Selbstvertrauen für die Spiele zu erarbeiten. Wir kommen schon in Abschlusssituationen, aber tatsächlich brauchen wir deutlich zu viele Möglichkeiten, bis etwas Zählbares dabei herauskommt. Es gibt leider keinen Knopf, den man drücken kann und dann fliegen die Dinger rein.“