Nachruf Rauchensteiner
Freund mit Schnauzbart - Ein Nachruf

Vor dem Heimspiel gegen Oldenburg wird es eine Gedenkminute geben, am Spielfeldrand werden diesmal keine Fotografen sitzen. Dieser Raum bleibt unbesetzt. Denn der FC Bayern trauert um Hans Rauchensteiner. Der renommierte Kollege und herzensguter Mensch ist am Samstagabend vergangener Woche plötzlich und unerwartet im Alter von 72 Jahren verstorben.

Hans Rauchensteiner, 1948 in Landshut geboren, war Sportfotograf aus Passion und knapp 50 Jahre in den Arena und Hallen ein kundiger Beobachter. Dem FC Bayern stand er seit Beginn seiner Tätigkeit besonders nahe, auch den Weg des FCBB begleitete er seit vielen Jahren intensiv, mit dem Objektiv und großer Anteilnahme.

Nach einer Ausbildung zum Maschinenbautechniker arbeitete Hans zunächst bei Siemens in München, ehe er seine Liebe zur Fotografie entdeckte und lebte. Von 1972 an war er mit seiner Kamera diskreter wie aufmerksamer Begleiter der Sportwelt, seine Fotos wurden in vielen nationalen und internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Büchern veröffentlicht.

Vorn rechts, vor der ersten Courtside-Reihe

Im Jahr 1980 hatte er mit seiner Frau Hanne seine eigene Fotoagentur gegründet. Bei Wind und Wetter saß der freundliche Mann mit dem Schnauzbart in den Stadien, bei Großveranstaltungen ebenso wie bei den Spielen seines Klub, des FC Bayern. Einst in der Säbener-Halle, in der Münchner Olympiaeissporthalle und dann im Audi Dome steigerte er mehr und mehr seine Leidenschaft auch für den Basketball; mit dem FCBB fieberte er von Beginn an mit.

Hans Rauchensteiner gewann für seine Aufnahmen zahlreiche nationale und internationale Preise, mehrfach schoss er das deutsche „Sportfoto des Jahres“. 2017 erschien das Fotobuch „FC Bayern: Inside“ (Riva), geprägt auch von Rauchensteiners Raritäten und Kostbarkeiten aus mehr als vier Jahrzehnten ungewöhnlichster Einblicke bei den FCB-Fußballern.

Im Audi Dome hatte Hans seinen Platz meist rechts vor der ersten Courtside-Reihe. Er war immer zeitig da, mit seinem Lederkoffer und seinem kleinen Klappsitz. Vor dem Spiel gab er seinen Kommentar zum letzten Spiel ab und seine Hoffnung auf ein gutes Spiel der Mannschaft an diesem Tag. Er war immer ordentlich gelaunt, mindestens das, und sehr hilfsbereit, das sowieso.

Der FC Bayern Basketball ist unendlich bestürzt, dass Hans nicht zu unserem nächsten Heimspiel kommen kann. Er war ja immer da, zuletzt beim Heimspiel gegen  Panathinaikos. Hans hat nie gefehlt. Jetzt fehlt er.

Unser tiefstes Mitgefühl gilt Hanne Rauchensteiner, ebenfalls passionierte Fotografin, die vor Corona häufig mit ihrem Mann zusammen in die Halle kam und ihn mit Kamera und Laptop unterstützte. Wir wünschen ihr, seinem Sohn und allen Angehörigen und engen Freunden viel Kraft. Wir werden Hans nicht vergessen. abur