Vorbericht
Ohne Babb vs. Babb

Die Bayern werden zum 20. Mal gemeinsam mit den Baskets auf dem BBL-Parkett stehen, sie führen in der Bilanz derzeit 12:7. Ein anderes Duell steht allerdings noch remis, 0:0. Denn das hat es bisher nicht gegeben: Babb gegen Babb.

Weiler-Babb gegen Babb, um genau zu sein: FCBB-Guard Nick Weiler-Babb, 25, sollte am Dienstag eigentlich zum ersten Mal überhaupt auf seinen älteren Bruder Chris Babb, 31, treffen. „Wir haben noch nie gegeneinander gespielt, denn altersmäßig waren wir ja immer zu weit auseinander, vielleicht mal ganz früher draußen eins gegen eins “, erzählte Nick, der Jüngere, am Montagmorgen.

So war das alles geplant, doch nach ein paar Stunden später, nach dem Montagstraining, hat Nick eine schlechte Nachricht von Chris erhalten. „Er ist raus, er kommt gerade aus dem MRT“, berichtet er nach der Dusche, „er hat sich gegen Bamberg an der Schulter verletzt. Was für ein mieses Timing.“


Nick, der Allrounder

Nick Weiler-Babb wechselte diesen Sommer von Ludwigsburg nach München, er unterschrieb für zwei Jahre. Er debütierte somit auch in der EuroLeague, einmal war er sogar schon MVP des Spieltags. Chris Babb, von 2015 bis 2017 in Ulm unter Vertrag, kehrte nach Engagements in Russland, der Türkei und Griechenland jetzt nach Deutschland zurück. „Das letzte Mal haben wir uns im Sommer in Texas gesehen“, berichtet Nick; in Arlington, wo beide zur High School gingen, besitzt Chris ein Haus. In der College-Vita findet sich noch eine Gemeinsamkeit, denn beide spielten für die Iowa State Cyclones.

Der Jüngere gegen den Älteren, „zu dem ich natürlich immer aufgeschaut habe“, dieses direkte Duell hätte es am Dienstagabend bestimmt mal gegeben. Denn beide sind Shooting Guards und messen 1,96 Meter, wobei sich Baskets-Topscorer Chris Babb (16,2 PpS, Dreier-Quote 35 %) offenkundig eher als Distanz-Schütze versteht; er wirft im Schnitt neunmal von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Nick ist mehr Allrounder (12 PpS, 4,1 RpS, 3,5 ApS), Coach Andrea Trinchieri betraut ihn auch immer wieder mit dem Ballvortrag und gibt ihm mit Abstand die meiste BBL-Einsatzzeit: 28:31 Minuten pro Spiel.

Die Eltern daheim können die Spiele ihrer Söhne nicht sehen, meistens arbeiten sie, erzählt Nick, „und leider funktionieren die deutschen Übertragungen dort auch nicht“. Sie sind inzwischen wieder nach Kansas zurückgezogen, wo Chris einst zur Welt kam. Der Dad betreibt ein Restaurant, aber nicht mehr jenes nahe Dallas mit dem schönen Brüderschriftzug „Babb Bros BBQ“ auf dem Dach. 

Die Brüder Nick und Chris müssen ihr Wiedersehen also verschieden – für den 13. April, 18.30 Uhr, ist das Rückspiel in Bonn terminiert. Bis dahin werden sie sich weiter täglich oder via Facetime sehen. Trash Talk? „Die letzten Tage nicht“, sagt Nick amüsiert. Vielleicht dann in ein paar Wochen am Spieltag.

Eine gewisse Rivalität ist aber wohl vorhanden, wenn der Ältere gegen den Jüngeren spielen wird. Darauf weist auch der Ursprung ihrer unterschiedlichen Nachnamen hin. Denn eigentlich heißen ja beide Weiler-Babb, doch nachdem Chris unter „Babb“ für Iowas Zyklonen auflief, wollte Nick dort drei Jahre später nicht wieder nur als „der Bruder von“ identifiziert werden und ließ sich mit komplettem Familiennamen registrieren.