Vorbericht
Nach 582 Tagen

Damals war der FC Schalke 04 ein Erstligist und Tabellensechster und „Shut Down“ der Titel eines Beach Boys-Albums (1964), während auf dem Parkett des Audi Dome ein gewisser Greg Monroe die meiste Punkte erzielte. 4.400 Fans erlebten am 4. März 2020 eine vermeidbare Niederlage der Bayern-Basketballer gegen Vítoria-Gasteiz, es sollte das für lange Zeit letzte Heimspiel mit Publikum sein. Ein Jahr und gut sieben Monate später – 582 Tage oder 13.968 Stunden, um ganz genau zu sein – erlebt die Halle am Münchner Westpark endlich auch wieder EuroLeague-Atmosphäre mit Zuschauern, wenn dort heute (20.30 Uhr) der favorisierte FC Barcelona antritt.

MagentaSport zeigt das Spiel heute übrigens offen auf seinen Plattform, also frei verfügbar ohne Abo.

Nahezu unverändert verhält sich die Personallage bei den Bayern vor einem der fraglos schwersten Heimspiele der Saison. Chefcoach Andrea Trinchieri plant für das Aufeinandertreffen mit dem spanischen Meister und EuroLeague-Finalisten 2021 zunächst mit demselben Kader wie beim Saisonstart in Tel Aviv (68:69). Dort hatte er auf ein Sextett verzichten müssen, dieses trainiert derzeit weiter überwiegend individuell.

Wieder nur der Kader aus Tel Aviv?

„Es wird ein tolles Gefühl sein, wieder ein EuroLeague-Spiel vor den eigenen Fans zu haben“, sagt Bayern-Coach Andrea Trinchieri. „Überhaupt ist das ein großes Spiel: gegen ein großartiges Team mit einem großartigen Coach. Sie haben im ersten Spiel den deutschen Meister einfach so zerstört. Auch wenn diese Partie für uns viele Schwierigkeiten bereithalten wird, denen wir uns gegenübersehen, glaube ich aber, dass wir eine große Leistung zeigen werden.“

Im Vergleich zum überzeugenden Pokalerfolg am Sonntag gegen Bamberg (98:77) – im Viertelfinale muss der FCBB am 14. November nach Chemnitz – können gegen Barça wieder die in der BBL pausierenden internationalen Spieler dabei sein, dies wären Darrun Hilliard und Deshaun Thomas.

Bei den Gästen fehlt der spanische Nationalspieler Alex Abrines (Knie), dazu wohl Center Sertac Sanli (Fuß). Doch der erlesene Kader von Coach Trainer Sarunas Jasikevicius kann das spielend verkraften. Zwölf in etwa gleichwertige Rotationsspieler hat der litauische Volksheld immer noch zur Verfügung, beim lockeren Auftaktsieg gegen den zweiten deutschen EuroLeague-Starter Berlin (96:64) punkteten alle von ihnen bei einer Einsatzzeit von mindestens 14 und maximal 21 Minuten.

Auch beim vierten Erfolg im vierten Ligaspiel der ACB, dem 76:63 gegen Saragossa, kamen alle zwölf Spieler aufs Scoreboard, Center Brandon Davies wurde geschont.

Die Münchner Außenseiter wissen jedoch, dass nichts unmöglich ist: Vergangene Saison konnten die Bayern nicht nur ihr Heimspiel dank einer der besten Saisonleistungen gewinnen (90:77), sondern erstmals auch im Palau Blaugrana: Zum Abschluss der regulären Saison gewann der deutsche Pokalsieger beim damals schon sicheren Tabellenersten 82:72.

Sonntag gegen Braunschweig

„Sie sind eines der absoluten Topteams, waren letztes Jahr im Finale“, sagt FCBB-Center Augustine Rubit. „Sie haben eine tolle Offense und eine tolle Defense, da müssen wir schon absolut ready sein und wirklich ein perfektes Spiel abliefern.“ 

In der BBL geht es für die Bayern am Sonntag mit einem weiteren Heimspiel weiter: Ab 15 Uhr gastiert Braunschweig im Audi Dome. Auch die Niedersachsen erreichten das Pokal-Viertelfinale, beim 97:77 gegen Göttingen erzielte der frühere Bayern-Guard Robin Amaize 25 Punkte.